Gott

IST GOTT EINSAM? WARUM DAS SPIEL DES LEBENS?

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Lass uns einmal annehmen, dieses unfassbar weite und geordnete Universum, mit seinen Gesetzen, seinen für uns unzählbaren Galaxien, Sonnensystemen und Planeten, unserem Planeten, den unzähligen Arten des Lebens auf ihm, das perfekte und verlässliche Ineinandergreifen von allem was wir Menschen bezeugen können, mal angenommen all dies wäre nicht zufällig, ohne Plan und ohne Grund entstanden. Was wenn es eine Ursache für die Welt wie sie existiert und für die Prinzipien Erfahrung, Existenz und Bewusstsein gäbe?

Wenn es eine Ursache für all das gibt, was wir in uns und außerhalb unseres Körpers wahrnehmen, könnten wir dieser Ursache einen Namen geben, Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Selbst, Gott, was auch immer. Dieses Etwas wäre  allmächtig, absolut, nicht abhängig von irgend etwas aber unabhängig von allem, weil nichts außerhalb von ihm existiert.

Viele fragen sich, warum sollte ein allmächtiges, ewiges, absolutes Etwas, eine begrenzte Welt schaffen mit begrenzten Wesen und begrenzten Objekten? Warum würde ein solches Etwas sich in dieser unermesslichen aber vergänglichen Vielfalt und Schönheit ausdrücken? Ist nicht die Schöpfung eines jeden Wesens auch ein Spiegel seines Schöpfers? Wenn dieses Etwas unbegrenzt ist, hat es auch alle Qualitäten in sich, die sich in der Welt manifestieren, wie zum Beispiel Vergnügungsucht, lange Weile, Kreativität.

Heute Morgen dachte ich, wenn Gott das einzige ist, was tatsächlich – also unabhängig von Raum und Zeit – existiert, woran ich fest glaube, dann muss er/sie/es wohl auch ziemlich gelangweilt sein.

Stell Dir vor Du bist allmächtig und allein, es existiert nichts außer Du selbst, was tust Du? Vielleicht spielst Du ein Spiel, nennst es Existenz, kreierst Formen, Farben, Wesen, Evolution und erfährst dieses Spiel durch unzählige Leben und Sinnesorgane von unzähligen Menschen, Tieren, Pflanzen allein auf unserem kleinen Planeten. Und Du lässt Dich selbst vielleicht in Deinen zahllosen Formen zum Beispiel als Mensch vergessen, wer Du wirklich bist, vielleicht aus reiner langer Weile. Du pflanzt vielleicht eine Sehnsucht, ein Streben einen Drang nach Ewigkeit und Unvergänglichkeit in jedes Deiner Schöpfungen, Du gibst ihnen vielleicht einen Intellekt, um diesen Drang zu erforschen und die Ursache dafür im Verständnis darüber zu finden, das jede Deiner Schöpfungen im Kern (wie) Du ist, ewig und unbegrenzt. Wenn Du absolut bist, kannst Du Dir selbst nichts hinzufügen, nichts findet außerhalb von Dir statt. Nichts macht Dich mehr oder weniger, besser oder schlechter, es gibt nichts mit dem Du Dich vergleichen könntest, denn es gibt nur Dich. Du bist absolut, allumfassend, alles beinhaltend.

Gott muss ziemlich einsam sein. Vielleicht ist das eine Antwort auf die Frage, warum es das Spiel des Lebens gibt. Vielleicht ist es auch die Sehnsucht Gottes nach Vergänglichkeit. Er spielt Vergänglichkeit. Vielleicht hat Gott auch Freude daran, einfach in verschiedene Rollen zu schlüpfen, so geht es uns als seine kleinen Spiegel ja auch. Und da er ziemlich mächtig ist, MACHT er das vielleicht gleichzeitig durch alles was in der Welt existiert.

Was auch immer die Beweggründe sein mögen, warum es das Leben, die Welt und uns Menschen gibt, die Macht wäre  tatsächlich mit uns. Wir wären die Macht. Wenn wir an Gott denken, würden wir an uns selbst denken, das Selbst, unseren Vater, unsere Mutter aus denen wir hervorgegangen sind. Wir wären nicht zu trennen von Gott. Nichts was wir denken, sagen oder tun, würde außerhalb Gottes stattfinden, was uns als Menschen ausmacht wäre Gott, wir sind aus ihm und in ihm , und wir wären ziemlich einsam, wenn wir mal annehmen, dass das Leben wie wir es dank unseres Bewusstseins, unseres Lebensatems bezeugen können, nicht zufällig entstanden ist. Aber wir sind ja frei zu glauben was immer wir wollen, wir sind ja unbegrenzt.

DER LICHTSCHALTER

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Buch ChinmayanandaIrgendetwas war nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mich quälte ein Schmerz im Inneren meines Körpers. Auf der Suche nach Befreiung davon nahm ich das Buch “At every Breath a Teaching” zur Hand, blätterte und las wahllos darin herum, offen, eine Antwort auf eine spürbare Leere in mir zu finden. Ich las ein paar Anekdoten, die in zahllosen Varianten dokumentierten, wie suchende Devotees durch die Klarheit des Swamis Verständnis und Unterscheidungskraft gewannen.

Ich schlug das Buch wieder zu und betrachtete das Bild des lachenden Swami Chinmayananda auf dem Cover. Ich trat in einen inneren Dialog mit ihm. Wer führt mich eigentlich? Wo ist mein Meister? Welcher Meister kann mich leiten? Ich bin blind und ahnungslos. Ich blickte den Mann, den ich nie leibhaftig kennengelernt hatte, fragend und flehend an und spürte ein tiefes Vertrauen zu ihm. Seine Weisheit, die Fähigkeit, das Wissen um das Selbst, um Gott und die Formen Gottes in sich selbst anzuwenden, sprachen aus dem lachenden Bild von ihm.

Er fragte mich, wer fühlt den Schmerz? Wo liegt der Schmerz? Ich kannte die Antwort, in meiner Person. Und wer bin ich? Nicht die Person! Immer noch lachte mich der Swami an.

Plötzlich verstand ich, dass ich den Schmerz annehmen musste, akzeptieren musste, nicht als Teil von mir, sondern als Teil der begrenzten Erscheinung als Person. Augenblicklich war der Schmerz verflogen. Als hätte jemand das Licht eingeschaltet, und die trügerischen Schatten des Raumes waren verschwunden. Ich lächelte gerührt und dankbar zurück zu dem Meister, dessen Güte, Zuversicht und Weisheit sich selbst durch ein einfaches Foto transportiert hatten.

Es gibt weder Schmerz noch Leere noch Mangel in mir ohne auch Glück, Fülle und Überfluss. Alles ist in mir, auch wenn nicht alles gleichzeitig manifest und erfahrbar ist für meine Erscheinung als Mensch. Ich kann dankbar sein für jede Erscheinung deren Zeuge ich werde, selbst für den Schmerz oder das Gefühl des Mangels, denn sie sind es, die meine Erfahrung von Fülle und Glück erst ermöglichen.

Dank allen Meistern!