Selbsterforschung

WARUM SEHNEN WIR UNS NACH FREIHEIT?

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Freiheit – Wie leichtfertig wünschen wir sie uns, ja fordern sie sogar ein. Kann es jemals eine Freiheit geben für uns als Person? Selbst die von unserer Person oder unserer Begrenztheit? Kann uns die Freiheit je ein wohliges Heim sein, oder ist sie die Leere, die zwar alles ermöglicht aber auch jeglichen Sinnes entbehrt? Ist sie nicht die Leinwand, die wir mit unserem Traum bemalen, im Glück zu wandeln alle Zeit, in der Ferne natürlich, weit weit weg?

Ich kombiniere Erfahrungsbruchstücke von denen ich glaube, dass sie Erkenntnisse sind. Dabei reicht mein Blick gerade ein paar Meter zurück, bevor Vergessen und Dunkelheit sich über das Erlebte legen. Unaufhaltsam werde ich vorwärts getrieben, durch Raum und Zeit. Ich schwinge mich aus düsteren Niederungen in die luftige Höhen, nur um abermals in Abgründe zu stürzen. Ich beklage mich nicht. Es ist mein Spiel. Ich bereue wenig. Ich bin ein Kind, das versucht, sein Spielzeug zu enträtseln.

Ich spiele auf der Klaviatur meines Geistes, auf schwarzen und weißen Tasten. Zwölf Halbtöne in zwölf Monaten, sieben Töne in sieben Tagen. Durchs Raster fällt was nicht ins Schema passt. Freiheit kennt kein Schema, kein Raster, keine Antwort, die befrieden könnte. Sinn gibt es nur in Bezug auf etwas anderes. Und Bezug ist Bindung, Bindung ist nicht Freiheit wie wir sie uns vorstellen. Frieden statt Freiheit oder Frieden durch Freiheit? Frieden durch Täuschung, Frieden durch Verleugnung oder Wegsehen?

Ein törichter Wunsch, der Wunsch nach Freiheit, weil er den Glauben an die Illusion unserer Unfreiheit beweist.

Wohin könnten wir denn gehen, wenn schon ein kurzen Blick in das was wir für das Licht halten uns verzagen lässt? Wohin könnten wir uns wenden, wenn jede Antwort so leer bleiben muss wie alle Fragen?

Ich könnte jedem Furz Bedeutung in schillerndsten Farben verpassen, mich ihm verpflichten und so die Absurdität meiner eigenen Existenz aus dem Lichte nehmen. Es gibt keine Antwort auf Fragen, die niemand stellt. Vater, Mutter, Kind. Freiheit ist eine Illusion. Wovon könnten wir uns je befreien, wenn wir nicht einmal wissen, wer wir sind.

Freiheit kann nicht Isolation sein. Freiheit ist anders auf jeder Ebene.

Freiheit ist Menschsein. Menschsein ist Freiheit. Ist das Geschenk oder Fluch? Es ist was wir daraus machen. Was erschafft unsere Ahnungslosigkeit? Was unterscheidet uns vom Tier, wenn wir unsere Menschlichkeit verleugnen? Was tun Vater und Mutter, wenn ihr Kind außer Kontrolle gerät? Geben sie ihm Freiheit, Fehler zu machen und daraus zu lernen was sie bewirken?

Es gibt kein Du. Ich spüre Dich nicht. Was fehlt wirklich? Ist tatsächlich Mangel die Ursache für das Gefühl des Mangels, oder ist es Unwissenheit? Wie oft kollidieren wir mit der Fensterscheibe, bevor wir merken, dass es kein Durchkommen gibt? Die Frage, die bohrt, ist die nach dem Warum? Die ersehnte Freiheit ist vielleicht die Freiheit von der Frage nach dem Warum. Sie stört, lässt nicht sein, stachelt an, rüttelt auf, verstört, lässt verzweifeln.

Mutter, Vater, warum gebe ich der Frage nach dem Warum diese Macht? Wohl weil es mir das geeignete Instrument für etwas zu sein scheint. Was macht dieses Instrument aus? Gibt seine Qualität Aufschluss über das Motiv für seine Auswahl?

Die Frage nach dem Warum – ich glaube, sie ist die Frage ohne Antwort, so wie Freiheit der Raum, der nicht zu betreten ist.

Ich schenke dem Unerreichbaren meine Gedanken und meine Sehnsucht. Was ist der Grund dafür? Was will ich nicht sehen? Wovon wende ich den Blick ab? Fürchte ich die Konfrontation mit dem Erreichbaren? Fürchte ich die Prüfungen des Machbaren? Ist der Ruf nach Unendlichkeit ein Mittel der Vermeidung? Ist er das Besprühen eines Geschenkes mit dem Grau der Bedeutungslosigkeit bis seine Schönheit unsichtbar wird?

Was können wir tun, als uns flehend zu Füßen von Mutter und Vater zu werfen, und darum zu bitten, sehen zu dürfen, verstehen zu dürfen, lieben zu können, demütig, dankbar sein zu können, im Kleinen, Greifbaren, Machbaren stark sein zu können?

Hari Om! Om Namah Shivaya!

“WER BIST DU?” – ENTWURF FÜR TRAILER

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Ich spiele mit dem Gedanken, demnächst meine Domains meinyogalehrer.de, vedanti.de und ANANTA.YOGA umzustrukturieren. Meinyogalehrer.de wird zur Informationsplattform für Events, Kurse, Workshops etc. umfunktionalisiert, vedanti.de wird mein persönlicher spiritueller Blog, und ANANTA.YOGA zu einer spirituellen Medienbibliothek auf der ich Mitschnitte von Seminaren, Workshops, Interviews, Reisebreichte etc. teile. Mein Freund Christian hat mir netter Weise mal einen Trailertext für ANANTA.YOGA eingesprochen, ich bin wirklich begeistert!  Hier gibt’s mehr zu Christian. Musik und Text sind von mir.

SONNE – MOND – MENSCH

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Sun and the MoonNachts erhellt das Licht des Mondes die Erde. Es hat allerdings nur den Anschein, als käme das Licht vom Mond.

Wenn das Licht, das die Fähigkeit hat, die Dinge sichtbar zu machen,  zwischen Erde und Mond sich umschauen würde, könnte es sagen, ich komme vom Mond. Ich muss der Mond sein, der Mond ist mein Ursprung. Ich, der Mond, erleuchte die Welt. Wenn der Mond zerstört wird, höre ich auf zu existieren.

In Wahrheit ist der Mond aber nur ein Spiegel, der das Licht der Sonne reflektiert. Das Licht sieht seinen wahren Ursprung, die Sonne, nicht, wohl aber den Spiegel, den Mond, und die Objekte auf der Welt, die es erhellt.

Genauso ist es mit dem menschlichen Bewusstsein. Es ist gespiegeltes oder reflektiertes Bewusstsein, wie gespiegeltes, reflektiertes Licht.

Der Spiegel ist nicht wie beim Mond aus Stein, sondern es ist unser Geist, es sind die Instrumente unserer Psyche, umgeben von Energie, Fleisch und Blut. Der Punkt bis zu dem wir unser Bewusstsein zurückverfolgen können ist unser Geist. Wir lokalisieren ihn innerhalb unseres Körpers. Daraus schließen wir, wir sind der Geist, oder gar, wir sind der Körper. Wir glauben wir sind was wir denken, fühlen und darstellen.

Das ist ein dramatischer Trugschluss. Das Gestein des Mondes ist  lediglich ein Vehikel für das Licht, die Welt nachts auch auf seiner dem Licht abgewandten Seite zu erhellen, nicht mehr und nicht weniger. Wenn der Mond aufhörte zu existieren, würde die Erde nachts zwar dunkel bleiben, aber das Sonnenlicht wäre immer noch existent und würde sich nach wie vor in den unzähligen jeweils manifesten Objekten der Welt spiegeln.

Unsere grob- und feinstofflichen Körper (Körper und Geist) sind ebenfalls Vehikel für ein und dasselbe Bewusstsein, die Welt wahrnehmen zu können und in ihr agieren zu können. Wenn ein Körper aufhört zu existieren, erfahren wir die Welt zwar nicht mehr durch dessen körpereigenen Sinnesorgane, aber wir hören nicht auf zu existieren. Wir existieren weiterhin als unendliches, ewiges Bewusstsein, gespiegelt in jedem Wesen der Welt.

Wir sind wie das Licht von der Existenz des Mondes als Bewusstsein von der Existenz einer individuellen Person, von der Zeit, von Leben und Tod unabhängig. Unser Bewusstsein bedient sich zahlloser menschlicher, tierischer und pflanzlicher Körper, um am Spiel des Lebens teilhaben zu können. Deshalb kann man sagen, alle Wesen, ob Pflanzen, Tiere oder Menschen, sind Geschwister.

Wenn wir es lernen, unsere menschliche Identität als das zu sehen was sie ist, nämlich  eine sekundäre, temporäre Identität, dann sind wir als Menschen der Selbstverwirklichung schon recht nah und dem Verständnis darüber, dass wir tatsächlich alle Eins sind, dass, wenn wir jemand anderes verletzen, wir uns nur selbst verletzen, dass was wir in anderen sehen, wir selbst sind.

Lächeln wir uns doch öfter mal selbst zu, im Spiegel unserer Person oder auf der Straße den anderen. Kümmern  wir um uns und das Geschenk der Welt und des Lebens. Es ist tatsächlich unsere Welt, und als Menschen haben wir die Wahlfreiheit und die Verantwortung, welche Impulse wir in sie hineingeben wollen.

Alles in der Welt, jedes noch so kleine Ding besteht aus Materie, die nach einem bestimmten Bauplan zusammengesetzt ist und eine bestimmte Funktion im Gefüge aller Objekte der Welt ausfüllt. Man kann also sagen, jedes Ding im Universum ist aus Wissen plus Materie gemacht. Wissen ist untrennbar von Bewusstsein. Ohne Bewusstsein kann es kein Wissen geben. Deshalb kann man schlussfolgern, dass der Ursprung all dessen, was wir im Universum wahrnehmen können und auch alles andere, reines Bewusstsein ist, das wie ein Samenkorn, alle erdenklichen Baupläne des Lebens in sich trägt. Diese Baupläne können sich manifestieren und wieder auflösen. So wie es alle Dinge in der Welt tun. Sie werden geschaffen, existieren, und vergehen. Und auch das Wissen um die Interaktion all dieser Objekte zu dem fantastischen Schauspiel, dass wir jeden Tag neu bezeugen können, wenn die Sonne aufgeht und ein neuer Tag beginnt. Ohne Bewusstsein, würde die Welt nicht existieren. Nichts und niemand würde seine Existenz bezeugen. Existenz ist mit Bewusstsein und Wissen untrennbar verbunden. Alles was wir mit Sicherheit von uns als individuelle Wesen sagen können ist, dass wir existieren und dass wir wissen. Wir sind uns dessen bewusst.

Wenn das Bewusstsein sich der Körper bedient und ein individuelles, gespiegeltes Bewusstsein erzeugt, wird dieses Bewusstsein zum Licht, das die Welt erleuchtet. Das Licht erleuchtet die Welt, nicht der Mond. Das Bewusstsein erleuchtet die Welt, nicht der menschliche Körper.  

Die Nacht steht für Unkenntnis. Unkenntnis darüber, das das Licht/Bewusstsein und alle Formen die es in der Welt reflektieren seinen Ursprung und ihre tatsächliche Identität in eben diesem Licht/Bewusstsein haben und untrennbar mit ihm verbunden sind.

SÜDINDIEN – TAG 48 – LAUF, LAUF!

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Eigentlich sollte das ein Lied werden:

Du ziehst einen Zaun um das kleine Fleckchen Erde auf dem Hügel, den Du mit viel Ausdauer und harter Arbeit erklommen hast. Hier willst Du endlich angekommen sein. Lieb gewonnene Menschen und Dinge musstest Du schweren Herzens zurücklassen, um hierher zu gelangen. Es war kein leichter Weg. Hier willst Du endlich sesshaft werden und Wurzeln schlagen. Du richtest Dich ein, baust Dir ein Nest, das Dich beschützen soll und für Dich da ist. Ein Ort, der jedem sagt wer Du bist. Und Du wirst zum Meister dieses Ortes, dieses Hauses, zum Hausmeister. Dieses Haus kann ein Ort sein, oder ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Überzeugung. Hier bist Du König. Du hast Dir einen königlichen Ort geschaffen, doch Du spürst, Du bist dort auch ein Gefangener.

Du bist der Baumeister Deiner eigenen Falle. Auf der Suche nach Beständigkeit bindest und verankerst Du Dich in deiner heilen Welt. Mehr und mehr bist Du damit beschäftigt, die Taue und Anker, die Dich bewegungslos machen, noch fester zu ziehen, sodass Du nicht erkennst, dass es kein Hügel ist, den Du Dir erobert hast, sondern nur die Stufe einer Treppe. Eine Treppe, die Dich zur Vollkommenheit führen kann.

Doch was ist diese Vollkommenheit? Ist sie ein Ort fern von Dir, eine Stufe weit weit oben auf der Treppe oder an deren Ende? Wirst Du sie jemals erreichen können? Wie kannst Du es lernen, zu verstehen, dass die Vollkommenheit die Du suchst Du selbst bist? Du selbst, nicht das Du, das Du siehst, wenn Du in die zahllosen Spiegel der Welt schaust. Du bist das was sieht, das was jeden Spiegel sein lässt, das was die Stufen erschafft auf denen Dein “kleines Ich” sich bewegt und sanft oder energisch von Stufe zu Stufe treibt, das was sich als die Schönheit in allen Dingen spiegelt, die Du in der Welt siehst und die Du versuchst, an dein “kleines Ich” festzubinden.

Welches Ich ist gemeint? Haben wir mehrere Ichs? Wenn ich Du sage, meine ich mal das eine, mal das andere Du. Das veränderliche Du als Person und das unveränderliche Du, das die Existenz Deiner und meiner Person erst ermöglicht. Und es gibt unzählige weitere Ichs. Immer, wenn Du Dich mit einem Gedanken oder Gefühl identifizierst, wirst Du zu diesem Gedanken und kämpfst für ihn, als ginge es um Dein Leben. Doch Du bist vor allen anderen Ichs das eine Selbst hinter allen Ichs.

Die Treppe auf der Du (als Person) läufst, führt Dich zum Erkennen der Vollkommenheit Deines wahren, primären, andauernden Ichs, ohne Dich irgendwo hinzubringen, Du bist bereits die Vollkommenheit.

Wenn es still im Außen wird, hörst Du ein Rufen und Klagen in Deiner Person. Rastlosigkeit, Gier nach Neuem, Erlösenden. Wie ein Kind läufst Du durch den unerschöpflichen Spielzeugladen des Lebens, begeisterst Dich für das Eine, stürmst auf das Andere los. Und während das Kind seine gesamte Aufmerksamkeit ausschließlich auf das gegenwärtige Spielzeug richtet, den Turm, den es gerade eben noch mit viel Mühe und Liebe aufgebaut hat lachend wieder einreist und auf das nächste Spielzeug losstürmt, versuchst Du jedes Spielzeug bei Dir zu behalten und an Dich zu binden. Wie ein Kind verlierst auch Du das Interesse an den Sachen, sobald Du sie hast. Aber Du wirfst sie nicht achtlos in die Ecke, sondern bindest sie fein säuberlich mit festen Stricken an Dich. Du wirst sie nicht mehr los und ziehst sie hinter Dir her. Und die Last wird immer schwerer, weil Du immer neue Dinge an Dich bindest, Dinge, die immer größer und schwerer werden. Du glaubst, sie zu brauchen. Manchmal wird die Last so schwer, dass Du nur weiter kommst, wenn Du einigen Ballast losschneidst. Du willst weiterkommen, nur um neuen, anderen Ballast zu erreichen, der Dich wieder zum Stoppen bringen wird.

So baust Du an Deinem Konstrukt aus Tauen und Ankern auf Deinem Hügel, bis Du nur noch Taue siehst und Dich befreien musst. Manchmal durchtrennst Du mit einem mächtigen Hieb sämtliche Taue und kletterst höher, um dann auf die Stufe unter Dirmit all den zurückgelassenen Ankern, Tauen und Spielsachen zu schauen. Jetzt fühlst Du Dich frei und hast einen freien Blick, auf einen neuen Hügel, den Du sofort beginnst, mit neuen Spielsachen, Ankern und Tauen zu verzieren, neue Taue, neue Verpflichtungen. Das ist mein Platz, Ich habe ihn erklommen. Das Spiel beginnt von vorn. Was Du findest, willst Du behalten. Wie viele Stufen musst Du erklimmen, bevor Du erkennst, dass Du nichts jemals behalten und nichts jemals verlieren kannst?

Und wenn Du glaubst, Du kannst Dich an etwas auf dieser Treppe krallen, etwas festhalten, dann hast Du recht, aber es ist keine Sache, kein Mensch und kein Gefühl. Du kannst nicht verhindern, dass die Sonne aufgeht und dass sie untergeht. Dass jeder Moment neu erlebt das Echo des vorangegangenen Momentes ist. Du läufst und läuft, bis Du erkennst, dass Du Dich keinen Zentimeter bewegst, dass Du Dich kein bisschen veränderst obwohl Du permanent Veränderung und Bewegung siehst. Du selbst hast Dich niemals verändert noch wirst Du Dich jemals verändern.

Also lauf, lauf, entdecke was die Welt zu bieten hat, versuche doch, sie anzuhalten, und lerne, was wirklich Bestand hat. Die Welt ist Dein Lehrer, doch musst Du auch hinsehen. Lauf, Lauf, es ist nichts schlimm daran, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Alle Dinge wirst Du immer wieder hinter Dir lassen müssen, auf dem Weg von Stufe zu Stufe. Du glaubst Du verlierst Dich, doch Du kannst Dich niemals verlieren. Du glaubst Du verirrst Dich, aber Du bist der Weg, Du glaubst Du würdest allein sein, das ist wahr, denn Du bist alles was ist. Alles was du in der unerschöpflichen Vielfalt der Welt entdecken kannst spiegelt nur das Eine, Dich selbst. Wie viele Stufen musst Du erklimmen bevor Du das erkennst?

Es hat einen Grund, warum Du Dich so sehr nach Beständigkeit sehnst. Du bist Beständigkeit. Du bist unveränderlich. Aber Du suchst am falschen Ort, Du suchst auf den Stufen, aber es sind nicht die Dinge, welche beständig sind, sondern es ist dein Zeugnis über die Vergänglichkeit der Dinge.

Also Lauf, Lauf, bist Du erkennst, dass Du in einem Traum wandelst, der in Dir ist, der Dich vergessen lässt, wer Du wirklich bist. Und wenn Du weißt, dass Du träumst, genieße den Traum, und tu das, was richtig ist. Es gibt Regeln in dieser Welt, die Dir ein Paradies sein kann, wenn Du nicht ohne Unterlass Deine immer hungrigen Vampirzähne in sie hineinschlägst und versuchst heraussaugen was Du nur bekommen kannst. Wie könntest Du aus Dir selbst etwas herausnehmen? Sei der Pfleger der Welt, ihr Architekt, ihr Gärtner, ihre Wohltat. Es ist Dein Traum.

Wenn Du heute ein schönes Echo erfahren möchtest, musst Du gestern die positive Ursache dafür gewesen sein. Heute ist das Gestern von morgen. Du bist der Traum, Du bist der Träumer, Du bist der Tänzer, Du bist der Liebende, Du bist der Sohn, Du bist die Mutter, Du bist der Diener, Du bist der König. Du bist alles was Du sein willst in diesem Traum, und Du bist unendlich viel mehr. Du bist ungeboren, unbegrenzt, unsterblich, alles verursachend, alles beinhaltend, vollkommen, einfach und wunderschön und unbeschreibbar. Du bist nicht direkt zu sehen, aber ohne Dich wäre nichts zu sehen. Wie das Licht, das selbst nicht gesehen wird, sondern nur, wenn es Objekte erhellt. Du bist wie Licht, Du bist Bewusstseins. Du bist Bewusst und Du bist Sein, Existenz und Erfahrung, welche dieser Traum ermöglicht der aus Dir hervorgeht.

Lauf, Lauf, bis Du nicht mehr läufst, um glücklich zu werden, sondern weil Du glücklich bist.

 Vielleicht wird das noch ein Lied, die Melodie hab ich schon.

MOKSHA – BEFREIUNG, ABER WOVON!?

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Das große Ziel im Yoga ist das Erreichen eines Zustandes der Befreiung. Alle Handlungen im Yoga zielen darauf ab, Moksha – Befreiung zu erlangen. Aber wovon wollen sich Yogini und Yogi eigentlich befreien?

Es gibt vieles, das wir lieber nicht in unserem Leben hätten. Ballast, den wir nur zu gern hinter uns lassen würden. Abhängigkeiten, Abneigungen, Ängste, Sorgen – wie schön könnte alles sein, wenn wir nur noch Positives um uns hätten. Und so trennen wir uns bereitwillig und eifrig von Dingen, Situationen und Menschen, die anscheinend nicht in dieses perfekte Bild passen, die seine Harmonie zu stören scheinen. Wir ändern unsere Ernährung, passen unser Kaufverhalten an, versuchen, nicht zu werten und zu bewerten. Und doch stellt sich kein dauerhafter Frieden in uns ein. Immernoch steigen von Zeit zu Zeit zehrende Gedanken und Gefühle in uns auf, Selbstzweifel, Sehnsüchte, Verlangen oder eine tiefe Abneigungen, die uns aufwühlen und uns aus der Harmonie werfen. Und fast schon panisch streben wir danach, uns auch von denen möglichst schnell zu trennen, zu befreien, nach dem Motto: “Ich sehe Dich nicht, dann siehst Du mich auch nicht!”

Ist das die Befreiung, die gemeint ist, wenn von Moksha die Rede ist? Befreiung durch Trennung, Abschneiden, Ignorieren und Fernhalten? Yoga bietet eine Vielzahl von Praktiken an, welche die erlebte Brisanz von „weltlichen Problemen“ extrem abmindern können. Aber so ganz verschwinden unangenehme Zustände niemals. Es scheint keine Befreiung davon zu geben. Bedeutet Moksha vielleicht die Befreiung vom Nichtverstehen oder Missverstehen? Ist es nicht allein Verständnis, welches uns zu einem stets ruhigen Gemüt, einem ruhigen Geist, einem friedvollen Inneren als Erfolgsmessgröße verhelfen kann, egal ob es in uns grad’ regnet oder ob die Sonne scheint?

Wir können innerlich und in unseren Handlungen ruhig und gelassen bleiben, selbst wenn sich Körper und Geist zeitweilig in einer destruktiven, verneinenden, trägen und antriebslosen Schwingung befinden oder unser Herz stark aufgewühlt ist. Wenn wir verstehen, dass Körper, Geist und Herz als Teile dieser Welt auch den Gesetzen und Kräften dieser Welt unterworfen sind, dass sie sich verändern und das beständig, sind wir schon halb befreit. Vielleicht sollten wir darauf achten, an welcher Front wir kämpfen. Solang wir in dieser Welt leben ist es uns genauso wenig möglich, diese Veränderungen unseres Geistes  und unserer Gefühle zu vermeiden, wie es uns unmöglich ist, uns dem Einfluss der Erdanziehungskraft zu entziehen. Die beeinflussenden Energien und Kräfte, im Yoga Gunas genannt, wirken in der äußeren Welt wie in unserem Inneren, und dieses Wirken entzieht sich  meist unserer Kontrolle.

Tamas ist die Untätigkeit, Verneinung, Trägheit, der Schlaf. Tamas aborbiert das Licht, hüllt uns in Dunkelheit. Rajas ist die Projektionskraft, Unruhe, Unbeständigkeit und Unzufriedenheit, aber auch Schöpferkraft und Aktivität. Sattva ist Verständnis, Ausgeglichenheit, Frieden und Harmonie aber auch Eitelkeit. Je nach „Mischungsverhältnis“ dieser drei Energien, agieren wir in gleichen Situationen völlig unterschiedlich.

Was wir kontrollieren können, ist unser Umgang mit dem beständigen Wandel unseres Geistes. Wir können uns nicht vom Wirken der Gunas befreien, aber wir können das Seil zwischen ihnen und unseren Handlungen durchtrennen, den Automatismus, durch Einsatz bewusster Unterscheidungskraft und Selbstkenntnis. Abwechselnd empfinden wir uns mit uns selbst und der Welt im Reinen, wir Streben nach Veränderung, mit der Motivation, in den Zustand der Harmonie zu gelangen oder wir haben die Tendenz, abzulehnen was wir wahrnehmen, zu verneinen und uns selbst und der Welt zerstörerisch zu begegnen. Unser Geist und unsere Gedanken folgen in ihrer Ausrichtung abwechselnd diesen drei Kräften, Tamas, Rajas und Sattva und können uns zu Handlungen oder Worten verleiten, die wir später bereuen. Sie treiben uns entweder voran, lassen uns liebevoll verweilen oder machen uns blind für das Schöne im Leben.

Selbstkenntnis bedeutet, zu wissen, wir sind weder der sattvige, der rajasige noch der tamasige Zustand unseres Gemüts. Wir sind deren Zeuge. Es gibt eine gleich bleibende Instanz in uns, welche den Wandel zwischen diesen Kräften, die sich auf unser Gemüt übertragen, bezeugt jedoch selbst von deren Kommen und Gehen unberührt bleibt.

Ist es nicht wahre Befreiung, wenn sich der unterscheidende, wache Geist von keinem der bezeugten Zustände der Psyche und des Körpers in die Höhe oder Tiefe reißen lässt? Wenn die Rufe der Gunas in Form unserer Gedanken nur minimale Wellen auf dem Ozean unserer Gemütsruhe verursachten? Woher aber eine solche Beständigkeit der inneren Ruhe nehmen? Aus dem Verständnis, dass Beständigkeit die feste Größe hinter allem Wandel ist, den wir im Innern und im Äußeren wahrnehmen. Es ist die beständige, liebevolle, aufmerksame, intelligente, zeitlose, vollkommen, ewig Ursache von allem, unsere ureigene Identität, pures Bewusstsein, dass sich im Kleinen in dem wahrnehmenden menschlichen Bewusstsein spiegelt.

Befreiung heißt für mich, zu verstehen, dass jede Regung, die wir in uns wahrnehmen, seine Ursache im harmonischen Wirken der Kräfte in der Welt und damit seine Richtigkeit hat. Es liegt nichts Gutes oder Schlechtes darin, dieser Anstrich geschieht ausschließlich durch unsere Interpretation. Der Schlüssel zur Auflösung unangenehmer Erfahrungen liegt nicht in deren Verneinung sondern in der Akzeptanz und Annahme. Das ist Befreiung von der Bewertung der eigenen und anderer Personen. Das ist die Befreiung von dem Etikett der Unzulänglichkeit und des Fehlers. Das führt zur Befreiung vom Gefühl der Getrenntheit. Die Unterscheidungskraft unseres einzigartigen menschlichen Intellektes kann unsere Herzen öffnen und unserem Denken und Handeln friedvolle Beständigkeit und einen liebevollen Umgang mit uns selbst, der Welt und allen Wesen in ihr, schenken.

Das ist Jnana-Yoga.