Indien

SÜDINDIEN – TAG 14 – SILVESTERNACHT

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Foto am 01.01.15 um 18.11 #2

Als ich in der lauen Silvesternacht vom Dach unseres Appartmenthauses in Tiruvannamalai aus den strahlenden Mond, die vorbeiziehenden zarten Schleier der Wolken und den stolz am Himmel thronenden Orion betrachte, lasse ich meine Gedanken ins kommende Jahr schweifen.

Weder Wehmut ob des Vergangenen, noch Sorge um das Kommende begleiten mich zu diesem Jahreswechsel. So klar wie die Himmelskörper ihr Licht zur Erde schicken so klar spüre ich tiefe Zufriedenheit in mir.

Ein angenehmer Wind streicht sanft über mein Gesicht. Unten auf der Straße am kleinen Shiva-Schrein hat jemand zur Feier des Tages eine riesige Lautsprecherbox an sein Handy angeschlossen und beschallt das ganze Viertel mit einem fürchterlich übersteuert schreienden Mix aus traditioneller indischer Musik und Höhepunkten der westlichen Chart-Kultur. “Who let the dogs out!?” ist Anbetracht der zahlreichen Kläffer rund um unser Haus eine berechtigte Frage. “We will we will rock you” und “I’m blue dadadidadidau…” werden stundenlang unermüdlich mit einer Besonderheit rauf und runtergespielt. Der besondere künstlerische Ansatz unseres indischen DJs besteht dabei darin, jedes Lied maximal 8 Sekunden anzuspielen und dann direkt zum nächsten zu springen. So als würde er sein Handy nach irgendetwas durchsuchen, und alle Nachbarn im Viertel dürfen daran teilhaben. Die Geräuschkulisse stört mich nicht weiter. Sie bildet einen kreativen Soundtrack zu dem friedlich dahinziehenden Schauspiel oben am Firmament.

 “Was fehlt?” Diese Frage stellte Ananta immer wieder in seinen beiden Satsangs, die er bei uns im Haus gehalten hatte. Was fehlt genau jetzt? Nichts! Alles ist perfekt wie es ist.

Ich male mir verschiedene berufliche Szenarien für das kommende Jahr aus und schaue im Lichte der Silvesternacht auf das Blatt Karten in meiner Hand. Welche davon würde ich wohl ausspielen?

Da war die Karte auf der “Vedanta-Lehrer” stand. Jemand hatte mir vor einigen Jahren die Frage gestellt, wer bist Du? Ich konnte beim besten Willen keine Antwort auf diese Frage finden. Und da mir die Person darauf ebenfalls keine Antwort gab, blieb sie wie ein Samen in meinem Unterbewusstsein und suchte nach einer Antwort.

Vedanta, die Wissenschaft um das Selbst, ließ wie Wasser, Dünger und die liebevolle Pflege in Einem, aus dem Samen einen prächtigen Baum wachsen, fest verwurzelt in der Erde, wie das Wissen, dass ich heute über mein Selbst habe. Es ist schon amüsiert wie wir versuchen mit begrenzten Worten, Bildern und Konzepten versuchen, das Unendliche zu beschreiben und zu greifen. Das durch Vedanta enthüllte Wissen um das unendliche Selbst arbeitet als Instrument, mich, die Welt und alles darin besser zu verstehen, fried- und liebevoll zu agieren und innerlich und äußerlich in Liebe zu verweilen, welche Gestalt auch immer meine Umgebung gerade einnehmen mag. Nicht die Welt sondern unsere Betrachtung der Welt entscheidet darüber, ob wir uns wohl fühlen oder nicht.

Es war die Suche nach der Befreiung vom Leid, die mich mit Mitte dreißig auf diesen Weg der Selbsterforschung geführt hatte. Mehr Freude, weniger Leid waren die Ziele. Ich habe dem Weg bisher zahlreiche schöne, befreiende Momente erlebt. Momente der Gottverbundenheit und der Verbundenheit mit allem um mich herum, Momente der inneren und äußeren Vergebung, der Dankbarkeit und Hingabe. Ich habe erlebt, wie meine Gefühle immer weniger von den Erscheinungen in der Welt in die Höhe gehoben oder in die Tiefe gerissen wurden. Es scheint sich eine gesunde Distanz zwischen dem eigenen Gefühlslebens und den Erscheinungen in der inneren und äußeren Welt entwickelt zu haben, welche mich ruhig, friedvoll und zufrieden sein und bleiben lässt.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Geschichte, die auf der Leinwand vor meinem geistigen Auge abläuft und die von vielen als Realität bezeichnet wird, nicht mit der angemessenen Aufmerksamkeit zu verfolgen. Es ist dann so als würde ich teilnahmslos aus dem Augenwinkel eine Geschichte verfolgen, die grad’ im Fernsehen läuft. Dann beobachte ich mich selbst, wie ich unaufmerksam beobachte…

Unterscheidungskraft und Leidenschaftslosigkeit sind die aus yogischer Sicht erstrebenswerten Eigenschaften des Geistes, welche ich in den letzten Jahren kultiviert und mir offenbar zueigen gemacht hatte.

Doch niemals erreichen wir als Person einen finalen Zustand, auch wenn wir das gern täten. Wenn ich mich früher mit den Erfolgen in meinem Beruf identifiziert habe, mit meiner Art Partys zu feiern oder Musik zu machen, so sind es heute Leidenschaftslosigkeit und Unterscheidungskraft mit denen ich mich identifiziere. Ich habe die Werte meines weltlichen Ichs zugunsten derer eines spirituellen Ichs aufgegeben und erfreue mich nun an dessen Früchten, genau wie zuvor an den Früchten meines früheren Treibens.

Was ist der Unterschied? Der Unterschied, den ich wahrnehme ist, dass inzwischen Zufriedenheit und Frieden in meinem Geist dominieren. Verzweiflung, Ärger über Verluste oder Dinge, die nicht wie erwartet eintreten, Ärger über das Verhalten von Mitmenschen, Sorgen um die Zukunft, Reue über die Vergangenheit, all diese Spieler sind so gut wie verschwunden von der Bühne in meinem Inneren, oder sie sind einfach soweit in die ferne gerückt, das ich sie kaum noch wahrnehme. Meine Lebensqualität hat sich, seit ich auf dem spirituellen Weg unterwegs bin, deutlich verbessert. Ich habe nicht ständig das Gefühl, dass etwas fehlt und bin zufrieden mit dem was ich habe und bin.

Aber wo führt dieser Weg hin, wo kann er überhaupt hinführen. Doch nur zu weiteren Erfahrungen, die mich als Person versuchen, mich mit ihnen zu identifizieren. Der Geist und das Ego wollen Rollen annehmen, die uns das Leben angenehmer gestalten, und gut ist niemals gut genug. Ist es überhaupt möglich dieses Programm zu umgehen? Wohl kaum. Selbstverwirklichung heißt nicht, ständig Happy zu sein. Das Glücklichsein ist lediglich ein Zustand, der in unserer Person erscheint und wieder geht. Selbstverwirklichung heißt Vollkommenheit.

Die Menschen werden mit der Verheißung andauernden Glückes auf den spirituellen Weg geführt. Aber das bedeutet nicht, dass wir dann permanent breit grinsend durch die Welt laufen. Vedantalehrer James Swartz gab mir gegenüber kürzlich zu, es gäbe für ihn persönlich nichts Langweiligeres, als ständig nur glücklich zu sein. Das Leben bestünde nicht nur aus Licht. Erst die Schatten würden im Zusammenspiel mit dem Licht die Würze des Lebens ausmachen. Das bedeutet für mich eine Aufforderung, zu leben, Fehler zu machen, das Leben auszutesten, Glück und Unglück zu erfahren, zu betrachten und dabei niemals zu vergessen, dass wir nicht diese wechselnden Zustände sind, sondern der unveränderliche und von ihnen unbeeinflussbare Zeuge ihres Kommens und Gehens.

Was fehlt? Nichts fehlt. Das Wissen um das Selbst ist ein wertvoller Schatz, der mir durch Vedanta enthüllt wurde. Aber was fange ich nun mit diesem Schatz an? Die Vorstellung als Lehrer, anderen Suchenden bei der Entdeckung und Bergung ihres Schatzes zu helfen, erscheint mir hier auf dem Dach liegend mit Blick in den Sternenhimmel Indiens plötzlich völlig reizlos. Diese Karte wird wohl in meiner Hand bleiben. Ich denke, es war mein Ego, das mich gern in einer lehrenden Position gesehen hätte und gern die Lehre als Instrument missbraucht hätte, ihm Respekt, Dankbarkeit und Anerkennung der Mitmenschen zu verschaffen. Aber ich brauche und will nichts davon. Es gibt kein Gefühl des Mangels in mir. Nichts fehlt.

Die Zeit in der ich mich intensiv mit Vedanta beschäftigt habe, kommt mir vor wie ein innerer Frühjahrsputz. Ich habe mein Innerstes aufgeräumt, meine Hausaufgaben gemacht und fühle mich bereit, mich wieder mehr der Außenwelt zuzuwenden.

“Wo Deine Talente auf die Bedürfnisse der Welt treffen, dort liegt Deine Berufung!” Wieder hole ich diesen Spruch in mein Gedächtnis. Ich brauche mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit auf meiner Suche nach meiner Aufgabe für die kommenden Jahre. Meine Suche ist eher eine passive Suche. Ich bin überzeugt, dass sich mir zum richtigen Zeitpunkt zeigen wird was zu tun ist. Ich bin dankbar dafür, mir diese Zeit mit der Indienreise geschenkt zu haben und beobachte erstaunt, wie der Blick auf Deutschland und mein Leben dort aus dieser entfernten Perspektive die Dinge in mir neu sortiert.

“Wo siehst Du Dich in fünf Jahren?” Solche Fragen habe ich mir früher gern zu Beginn neuer Lebensabschnitte gestellt. Als Antwort wurde von mir meist ein materielles Gefüge beschrieben in dem ich mich in der Zukunft sah und das meinem veranlagten Streben nach Sicherheit, Vergnügen und zuletzt dem Wunsch etwas beizutragen Ausdruck verlieh. Ich hatte die vier Bestrebungen, die vier Hauptmotivationen der Menschen, immer als evolutionäre Schritte gesehen. Erst Sicherheit und Routinen schaffen, dann Vergnügen und Regenerationsmöglichkeiten, dann etwas uneigennützig zum Ganzen beitragen und letztlich die Befreiung von allen Bindungen in der Welt. Für ein angenehmes Leben ist es wohl auch hier die Mischung, die es macht. Aber ist ein angenehmes Leben alles was erstrebenswert ist? Meine Gedanken verlieren sich.

Wie leicht es ist, in Deutschland gutes Geld zu verdienen. Ich war früher ein talentierter Cutter. Die Redakteure schätzten meine Ruhe, Schnelligkeit, Kreativität und mein inhaltliches Gespür nicht nur beim Finden der Schlusssätze für ihre Beiträge, die unter Zeitdruck fertig werden mussten. Obwohl ich die letzten knapp zehn Jahre im Produktions- und Redaktionsmanagement tätig war, wäre es mir ein Leichtes, diese Fähigkeiten zu reaktivieren und in Köln auf Tagessatzbasis sehr gutes Geld zu verdienen. Von dem was ich dort an einem Tag als freier Cutter verdiene, könnte ich in Indien einen ganzen Monat wie ein König leben.

Warum nicht eine Zeit des harten Arbeitens in Deutschland einschieben, ein finanzielles Polster schaffen für ein Mehr dieser so angenehmen Zeit fern ab allen westlichen Stresses? Eine ganz neue Karte erscheint plötzlich in meiner Hand. Ist sie etwa Ausdruck des immer noch in mir stark verwurzelten Strebens nach Sicherheit? Finanzieller Sicherheit? Es fühlt sich schon sehr gut an, hier in Indien mit den Taschen voller Rupien von einem Tag in den anderen zu leben und sich ausschließlich mit sich selbst zu beschäftigen. Aber ist das die mir zugedachte Aufgabe in diesem Leben? Das wäre schon eine ziemliche Verschwendung von Ressourcen, oder?

Wie tief ich auch in mein Inneres schaue, ich kann einfach keinen Missionar darin entdecken. Ich denke an die Beratung durch den vedischen Astrologen zurück. Ich würde in Kürze etwas finden, womit ich Menschen bei ihrer Transformation helfen würde und was für mich auch zur Lebensgrundlage werden würde. Und es wäre etwas anderes als ich denken würde, was seine Wurzeln in etwas sehr Altem, Traditionellem hätte. Und ich würde es noch während dieser Reise in Südindien entdecken. Da bin ich ja mal gespannt.

Dass sich mein Interesse an dem aus Deutschland mitgebrachten Blatt Karten in meiner Hand hier langsam auflöst, ist  interessant zu beobachten. Obwohl ich nicht den geringsten Schimmer habe, was ich demnächst so tun werde, spüre ich keine Ungeduld in mir, keine Leere, keine Sehnsucht oder Sorge, nicht die kleinste den Magen zusammen ziehende Regung in mir. Es amüsiert mich, wenn ich daran zurückdenke, mit welchem Eifer ich früher an solchen Wendepunkten in meinem Leben, Pläne für die Zukunft geschmiedet hatte.

Was ist eigentlich mit der Karte auf der Musiker steht? Als Kind hatte ich mir immer gewünscht einmal wie Dave Gahan singen und Martin Gore komponieren zu können und genau wie sie, “Music for the masses” zu machen. Das Musizieren war stets ein wichtiger Teil meines Lebens. Es half mir, mich auszudrücken und in meiner Harmonie zu bleiben. In letzter Zeit ergaben sich tatsächlich einige Möglichkeiten, das mit anderen Menschen zu teilen, und offenbar kam es auch gar nicht so schlecht an. Singen und Musizieren könnte ich ständig, und ich merke, dass irgendwo tief in mir der Wunsch aus der Kindheit noch wach ist und auf seine Verwirklichung wartet. Vielleicht ist die Musik ja mein Instrument, das Wissen um das Selbst, was so wichtig für jeden Menschen sein kann, zu transportieren? Oder sind es doch die Filme, die ich machen kann, oder eine Mischung aus beidem?

Ich wende mich dem Göttlichen zu, mir ein Zeichen zu senden, damit ich bei der Auswahl meiner nächsten Tätigkeit den rechten Weg einschlage und der Kreation statt meinem Ego zu dienen.

Es erscheint die Karte, allein mit Harmonium und Gitarre durch Deutschland zu ziehen, ohne eigenes Heim und weiteren Besitz, in meiner Hand. Es gibt zahlreiche Suchende in Deutschland. Die Menschen spüren, dass unsere Gesellschaft aus dem Gleichgewicht gefallen ist und suchen nach Harmonie. Diese Harmonie muss in ihnen selbst beginnen. Wer in sich aufgeräumt hat, kann auch die Welt um sich herum aufräumen. Ich liebe die Musik und ich liebe das Wissen um das Selbst, das eins ist mit dem Selbst und Ausdruck seiner unendlichen Kreativität, Verlässlichkeit, Fürsorglichkeit und Liebe. Welchen schöneren Tätigkeitsbereich könnte es geben, als den Herzen und dem Verstand der Menschen liebevolle Zuwendung zu geben? Ich begebe mich zu Bett. Es ist 21:30 indischer Zeit, und ich werde dieses Silvester mit der Hilfe von Ohropax friedlich ins neue Jahr schlummern.

7:30 Uhr am Neujahrsmorgen wache ich auf. Ein kurzer Test, ja, der DJ draußen ist immer noch am Start. Petra und ich beginnen den Tag mit einem Frühstück und erkunden dann den großen Tempel von Tiruvannamalai. Irgendwie bin ich grad’ im Kaputtmachmodus. Gestern rutscht mir mein Handy übers Kopfkissen und knall auf den Steinboden. Das Display kann ich noch mit durchsichtigem Klebeband retten, dann breche ich heute fast den Griff meiner Kamera ab, vergesse als es anfängt zu regnen, dass sie noch für eine Zeitrafferaufnahme der  über den Arunachal ziehenden Wolken auf dem Dach habe stehen lassen,  ich ramme mit unserem Scooter eine Riksha und verliere dann auch noch mein Handy auf dem Weg Mittag. Fahre den ganzen Weg zum Tempel zurück und finde es dann friedlich mitten auf der Kreuzung vor dem Laden in dem wir essen werden  wieder. leider hat der zweite Sturz nun auch das Innere des Displays zerstört, aber immerhin habe ich noch meine Simkarte mit den 6GB Internet drauf und die aus Deutschland, die mit Gaffa ans Handy geklebt ist. Ich sollte mich die nächsten Tage einschließen!

Als Petra und ich unseren kleinen Abend-Satsang auf dem Dach abhalten, kam Adi dazu. Adi studiert seit 1 1/2 Jahren Vedanta in einem Dayananda-Ashram. Da ich ebenfalls mit dem Gedanken gespielt habe, mich einer solchen Intensivausbildung zu unterziehen, bin ich begierig, aus erster Hand etwas über diese Ausbildung zu erfahren. Adi ist eher der rajasige Typ, er redet in Lichtgeschwindigkeit und hat die Energie von tausend Duracell-Häschen. Er studiert bis zu zehn Stunden täglich mit dem Ziel, Moksha zu erreichen. Was Moksha für ihn bedeute, frage ich. Er überlegt kurz und meint, wenn sein Geist vollständig aus seiner primären Identität des Selbst heraus operieren würde. Im Verlauf des Gespräches erfahre ich, dass es in dem intensiven Studium darum geht, schrittweise auf Grundlage der alten Schriften die Unwissenheit um das Selbst zu beseitigen und zum anderen den eigenen Geist zu trainieren, ihn quasi umzudrehen, zum bewussten Instrument des Selbst zu machen, dass sich selbst vollständig damit identifiziert. Es fällt mir schwer, Adi zu folgen. Ob das denn nötig sei, frage ich ihn. Ob es denn nicht reiche, zu wissen, dass man neben der Identität als Mensch die übergeordnete Identität des Selbst hätte und man die Person machen lassen könne was sie wollte, es würde ja nichts an der primären Identität ändern… Nein, nein, sagt er, das würde eine Falle sein, die, wenn man da hineintritt, irgendwann dazu führte, dass man aufwacht und sich fragt, was tut ich eigentlich, und dann müsse man wieder on vorn anfangen mit seiner Arbeit auf dem Weg zur Befreiung. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen, ich fühle mich eigentlich ganz wohl, so wie ich grad bin und muss daran denken, dass keine Handlung, die ein Mensch tun kann, das Potential hat, ein unbegrenztes Ergebnis zu erzielen. Wie könnte unser begrenzter Geist durch ein Studium Gottes Perspektive einnehmen. Dieses Geschenk wird vielleicht einigen Menschen, die es zur Bewältigung ihrer Aufgabe im Leben brauchen per göttlicher Gnade zuteil, aber dass man sich diese Erfahrung per Studium und Geistestraining aneignen können soll, ist für mich heute Abend schwer vorstellbar. Der Gedankenaustausch endet abrupt. Petra hat Hunger. und so packen wir unsere Yogamatten, den Tee, die Kirtanhefte, das Räucherzeug, die Öllampe und das Aratischwenker ein und gehen in unser Apartment.

Als ich dort versuche nun doch noch den kleinen WLAN Adapter, den man mit einer Simkarte füttern kann in Gang zu bekommen, breche ich die Kontaktstifte in dem Teil ab, so dass er meine Siamkarte nicht mehr lesen kann. Ist das nicht crazy? Was mir das wohl wieder sagen soll. Ich  hab es schon gemerkt, dass ich in so eine Phase rutsche. Verpeiltheit hoch zehn. Nunja, jetzt zu später Stunde habe ich es geschafft, mit Draht, meinem Letterman, Gaffa und einer leeren Schachtel Tic Tac den kleinen WLAN-Router trotz abgebrochener Kontakte zum Laufen zu bringen, und auch den MAC so einzustellen, dass er mit dem Teil zusammenarbeitet. Man muss nur ausreichend motiviert sein, dann klappt alles. Ist das die Lektion hinter dieser kleinen Zerstörungswelle? Ich hatte schon früher vergeblich versucht, dem Teil Internet zu entlocken. Nun, jetzt funktioniert es, und ich kann hier meinen Reiseblog mit Wörtern füllen.

Jetzt bin ich müde. Gute Nacht!