Selbst

WHAT A WONDERFUL WORLD

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FullSizeRender-2Als ich heute morgen in die strahlend lachenden Augen meiner Liebsten geschaut habe, konnte ich nur reine Freude sehen, keine unterschwellige Note von Sorge, Angst oder Befürchtung, nur pures, reines Glück in einem perfekten Moment. Dann setzte mein Verstand ein.

Irgendwann kommt man bei der Suche nach sich selbst vielleicht auf die Idee, zu sagen, böse böse Welt, böse Versuchungen, böse Objekte! Ihr bringt doch nichts als Leid in Euren Versprechen, die nie gehalten werden, seid begrenzt, unzuverlässig und unbeständig. Alles viel zu unsicher da draußen, nichts ist von Dauer, beständig ist nur die Veränderung selbst. Warum also überhaupt erst Beziehungen zu diesen vergänglichen Objekten aufnehmen!? Man sollte sich in eine Höhle zurückziehen und überhaupt versuchen, jede Art von Abhängigkeit zu vermeiden. Das ist doch wohl echte Freiheit, oder?

Ich weiß, dass die Freude, die ich spüre, wenn ich in diese Augen sehe, mein eigenes, inneres Leuchten ist, das in diesem wunschlos glücklichen Moment für mich fühlbar wird. Statt mich dem Gedanken hinzugeben, wieder dem nächsten Objekt, in diesem Fall einer Liebesbeziehung auf den Leim also in die Abhängigkeit gegangen zu sein, genieße ich den Blick, diesen einzigartigen AugenBlick auf mich selbst.

Es ist so schön, seine eigene, ewig scheinende Freude in den Spiegeln der Welt leuchten zu sehen. Ich bin dankbar für die Welt mit all ihren begrenzten Objekten. Gäbe es sie nicht, würde nichts mein Licht reflektieren. Es sind diese Spiegel der Dinge und Beziehungen um mich herum, die mir helfen, mich selbst zu erfahren.

What a wonderful world.

SPIEGEL KLEIDERSCHRANK

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Hemd
ZEIGE MIR DEINE KLAMOTTEN,
UND ICH SAGE DIR
WER DU GLAUBST ZU SEIN.

Beim Blick in meinen Kleiderschrank stelle ich fest, dass ich viel zu viele Klamotten habe. Es ist ein farblich formelles Durcheinander, das von einer gewissen Funktion abgesehen dafür herhalten muss, meiner Umwelt jeden Tag Aufschluss darüber zu geben, wer ich bin, wofür ich stehe und wie ich mich fühle.

 

KOMMUNIKATION UND IDENTIFIKATION

Kleidung ist ein Kommunikations- und ein Identifikationsmittel, ob ich mich täglich anders anziehe oder jeden Tag in den selben Klamotten rumlaufe, wie die Sadhus auf Indiens Straßen, die ihr Leben als Bettelmönche in ein oranges Tuch gehüllt führen. Ihr auffälliges Gewand sagt den Menschen schon von weitem, für welchen Lebensstil sie sich entschieden haben.

Wer mal in den Spiegel gucken will, tiefer als nur auf die Oberfläche seines Körpers, kann einmal genauer in seinen Kleiderschrank gucken und herausfinden, welche Personen sich da so aktuell verstecken und welche in den Tiefen des Schrankes verborgen sind. Vielleicht kann man auch entdecken, welche Person vor fünf oder zehn Jahren darin gewohnt haben und ob es noch dieselbe ist.

Der Kleiderschrank ist ein Spiegel unserer Selbstwahrnehmung. Unser jeweiliges Erscheinungsbild und damit der Inhalt unseres Kleiderschrankes passen sich im Laufe der Zeit den sich ändernden Meinungen und Überzeugungen unserer Person an.

Obwohl ich bei meinem letzten Umzug schon großzügig Teile meines Kleiderdepots ausgemistet, verschenkt und gespendet habe, füllen immer noch oder schon wieder zahllose Stücke die knapp 2 Kubikmeter meines Schrankes. Welche Personen gibt er im Moment her? Nach meinem dreimonatigen Ausflug nach Südindien bilden traditionelle, kunstvoll verzierte Stehkragenhemden in kurz und lang die hippe Cheerleadergang der Klamottenklasse, gefolgt von Funktionskleidung für Yogalehrer und –praktizierende in einschlägigen Farben, weiß und gelb. Nach Schwarz-Gothic-Düsterteilen muss ich schon tiefer graben, die Häute des Vertriebler-Medien-Fuzzis hängen seit einem Jahr unangetastet auf der Stange im Nebenschrank und warten auf Gelegenheit, wieder durch die Welt spazieren zu dürfen, genauso wie ein Trainingsanzug, der nur wenige Male das Innere eines Box-Centers gesehen hatte. Anscheinend gibt es einige Teile meiner Persönlichkeit, von der ich mich nicht oder noch nicht trennen möchte.

Aber es ist nicht nur das was sondern auch das wie viel, das etwas über die eigene Person aussagt. Ich finde Jacken über Jacken. Windjacken, Übergangsjacken, Ski-Jacken, Segel-Jacken, Lederjacken, unzählige Lederjacken, lange, kurze, schwarze, braune, blaue, grüne, Mäntel in allen erdenklichen Formen und Farben. Ich könnte damit eine ganze Fußballmannschaft über den Winter bringen. Getragen habe ich davon im letzten Winter genau eine. Dasselbe Spiel mit Hosen, Hemden und Pullovern, Socken und Unterwäsche. Und Schuhe, mein Schuhregal beherbergt alles, was man sich nur vorstellen kann. Gummistiefel, Bergsteigerschuhe, Wanderschuhe in hoch, Wanderschuhe in tief, Stiefel, Stiefeletten jeweils in grob und in elegant, Badelatschen, Sneaker in hoch und tief in orange, blau, grün, gelb, bunt, rot mit drei Streifen, mit Katzen drauf oder geschwungenem Bogen, die Lack- und Schnöselschuhe nicht zu vergessen, die zur Sicherheit aufgedruckt haben, was sie ausdrücken sollen.

SICHERHEITSSTREBEN

Hier offenbart sich ein weiterer Aspekt, der bei der Bestückung unseres Kleiderschrankes mitspielt. Der Drang danach, sich abzusichern, gewappnet zu sein, für jede mögliche Wendung im Außen aber auch im Inneren, die da kommen möge. Aber wie groß können die Wendungen schon sein, die uns heimsuchen und überraschen könnten, und in welcher Schlagzahl erscheinen sie? Ist es zu erwarten, dass ab morgen alle Geschäfte schließen werden und eine mehrjährige Eiszeit ausbrechen wird? Gut vorbereitet darauf wäre ich jedenfalls.

So stehe ich nun heute Morgen vor dieser bunten Ansammlung von Identitäten, Informationsschildern und Sicherungsmaßnahmen und habe den unbändigen Drang, auszumisten. Was sagt mir das wohl über meine Selbstwahrnehmung?

NEUES ICH

So bereitwillig wie wir uns von alten Klamotten trennen, geben wir nach und nach auch die Personen auf, die wir einst glaubten zu sein. Von Zeit zu Zeit lieben wir es, uns neu zu erfinden. Wenn das so ist, warum kämpfen wir dann in der Gegenwart so erbittert darum, unsere aktuelle Person gegen alles was von ihr abweicht zu verteidigen und zu behaupten, kämpfen um ihr Recht? Warum fällt es uns so schwer, unsere Person als das anzunehmen was sie ist. Ein zeitlich begrenztes Sammelsurium aus Erfahrungen, sich ändernden Vorlieben, Abneigungen und Meinungen und Überzeugungen. Was interessiert mich mein Gequatsche von gestern? Genau! Was interessiert mich mein Gequatsche von heute!? Das fragt kaum jemand.

Jede Überlegung führt mich unausweichlich zur Frage, wer bin ich wirklich, wenn nicht die verschiedenen sich ändernden Personen, die durch mein Leben und meinen Kleiderschrank ziehen? Können wir unser eigentliches Selbst neu erfinden oder ist es nicht einfach da, immer gleich, egal welches Kleidungsstück unseren Körper ziert?

Es ist gut und richtig. Wir identifizieren über die Kleidung Menschen, die zu unserem gegenwärtigen Bewusstseinszustand passen. Nichts ist anstrengender, als von Menschen umgeben zu sein, die einen gänzlich anderen Film fahren. Aber nichts kann einem mehr Inspiration bringen. Einen schönen Tag und viel Freude beim Betrachten Deines Kleiderschrankinhaltes.

“WER BIST DU?” – ENTWURF FÜR TRAILER

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Ich spiele mit dem Gedanken, demnächst meine Domains meinyogalehrer.de, vedanti.de und ANANTA.YOGA umzustrukturieren. Meinyogalehrer.de wird zur Informationsplattform für Events, Kurse, Workshops etc. umfunktionalisiert, vedanti.de wird mein persönlicher spiritueller Blog, und ANANTA.YOGA zu einer spirituellen Medienbibliothek auf der ich Mitschnitte von Seminaren, Workshops, Interviews, Reisebreichte etc. teile. Mein Freund Christian hat mir netter Weise mal einen Trailertext für ANANTA.YOGA eingesprochen, ich bin wirklich begeistert!  Hier gibt’s mehr zu Christian. Musik und Text sind von mir.

SONNE – MOND – MENSCH

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Sun and the MoonNachts erhellt das Licht des Mondes die Erde. Es hat allerdings nur den Anschein, als käme das Licht vom Mond.

Wenn das Licht, das die Fähigkeit hat, die Dinge sichtbar zu machen,  zwischen Erde und Mond sich umschauen würde, könnte es sagen, ich komme vom Mond. Ich muss der Mond sein, der Mond ist mein Ursprung. Ich, der Mond, erleuchte die Welt. Wenn der Mond zerstört wird, höre ich auf zu existieren.

In Wahrheit ist der Mond aber nur ein Spiegel, der das Licht der Sonne reflektiert. Das Licht sieht seinen wahren Ursprung, die Sonne, nicht, wohl aber den Spiegel, den Mond, und die Objekte auf der Welt, die es erhellt.

Genauso ist es mit dem menschlichen Bewusstsein. Es ist gespiegeltes oder reflektiertes Bewusstsein, wie gespiegeltes, reflektiertes Licht.

Der Spiegel ist nicht wie beim Mond aus Stein, sondern es ist unser Geist, es sind die Instrumente unserer Psyche, umgeben von Energie, Fleisch und Blut. Der Punkt bis zu dem wir unser Bewusstsein zurückverfolgen können ist unser Geist. Wir lokalisieren ihn innerhalb unseres Körpers. Daraus schließen wir, wir sind der Geist, oder gar, wir sind der Körper. Wir glauben wir sind was wir denken, fühlen und darstellen.

Das ist ein dramatischer Trugschluss. Das Gestein des Mondes ist  lediglich ein Vehikel für das Licht, die Welt nachts auch auf seiner dem Licht abgewandten Seite zu erhellen, nicht mehr und nicht weniger. Wenn der Mond aufhörte zu existieren, würde die Erde nachts zwar dunkel bleiben, aber das Sonnenlicht wäre immer noch existent und würde sich nach wie vor in den unzähligen jeweils manifesten Objekten der Welt spiegeln.

Unsere grob- und feinstofflichen Körper (Körper und Geist) sind ebenfalls Vehikel für ein und dasselbe Bewusstsein, die Welt wahrnehmen zu können und in ihr agieren zu können. Wenn ein Körper aufhört zu existieren, erfahren wir die Welt zwar nicht mehr durch dessen körpereigenen Sinnesorgane, aber wir hören nicht auf zu existieren. Wir existieren weiterhin als unendliches, ewiges Bewusstsein, gespiegelt in jedem Wesen der Welt.

Wir sind wie das Licht von der Existenz des Mondes als Bewusstsein von der Existenz einer individuellen Person, von der Zeit, von Leben und Tod unabhängig. Unser Bewusstsein bedient sich zahlloser menschlicher, tierischer und pflanzlicher Körper, um am Spiel des Lebens teilhaben zu können. Deshalb kann man sagen, alle Wesen, ob Pflanzen, Tiere oder Menschen, sind Geschwister.

Wenn wir es lernen, unsere menschliche Identität als das zu sehen was sie ist, nämlich  eine sekundäre, temporäre Identität, dann sind wir als Menschen der Selbstverwirklichung schon recht nah und dem Verständnis darüber, dass wir tatsächlich alle Eins sind, dass, wenn wir jemand anderes verletzen, wir uns nur selbst verletzen, dass was wir in anderen sehen, wir selbst sind.

Lächeln wir uns doch öfter mal selbst zu, im Spiegel unserer Person oder auf der Straße den anderen. Kümmern  wir um uns und das Geschenk der Welt und des Lebens. Es ist tatsächlich unsere Welt, und als Menschen haben wir die Wahlfreiheit und die Verantwortung, welche Impulse wir in sie hineingeben wollen.

Alles in der Welt, jedes noch so kleine Ding besteht aus Materie, die nach einem bestimmten Bauplan zusammengesetzt ist und eine bestimmte Funktion im Gefüge aller Objekte der Welt ausfüllt. Man kann also sagen, jedes Ding im Universum ist aus Wissen plus Materie gemacht. Wissen ist untrennbar von Bewusstsein. Ohne Bewusstsein kann es kein Wissen geben. Deshalb kann man schlussfolgern, dass der Ursprung all dessen, was wir im Universum wahrnehmen können und auch alles andere, reines Bewusstsein ist, das wie ein Samenkorn, alle erdenklichen Baupläne des Lebens in sich trägt. Diese Baupläne können sich manifestieren und wieder auflösen. So wie es alle Dinge in der Welt tun. Sie werden geschaffen, existieren, und vergehen. Und auch das Wissen um die Interaktion all dieser Objekte zu dem fantastischen Schauspiel, dass wir jeden Tag neu bezeugen können, wenn die Sonne aufgeht und ein neuer Tag beginnt. Ohne Bewusstsein, würde die Welt nicht existieren. Nichts und niemand würde seine Existenz bezeugen. Existenz ist mit Bewusstsein und Wissen untrennbar verbunden. Alles was wir mit Sicherheit von uns als individuelle Wesen sagen können ist, dass wir existieren und dass wir wissen. Wir sind uns dessen bewusst.

Wenn das Bewusstsein sich der Körper bedient und ein individuelles, gespiegeltes Bewusstsein erzeugt, wird dieses Bewusstsein zum Licht, das die Welt erleuchtet. Das Licht erleuchtet die Welt, nicht der Mond. Das Bewusstsein erleuchtet die Welt, nicht der menschliche Körper.  

Die Nacht steht für Unkenntnis. Unkenntnis darüber, das das Licht/Bewusstsein und alle Formen die es in der Welt reflektieren seinen Ursprung und ihre tatsächliche Identität in eben diesem Licht/Bewusstsein haben und untrennbar mit ihm verbunden sind.